Heute darf ich dir Berti vorstellen. Er ist ein freundliches, lustiges Kerlchen und du würdest ihn bestimmt mögen. Berti wohnt auf einem kleinen, kunterbunten Planeten und er ist ein Sternensammler. Du weißt nicht, was das ist? Nun, die ganzen Sternschnuppen, die vom Himmel fallen, plumpsen auf die verschiedensten Planeten. Berti reist jeden Tag von Planet zu Planet und sammelt sie wieder ein. Er nimmt sie mit zu seinem Heimatplaneten und legt sie vorsichtig ins rosa Gras, damit sie sich gut erholen können. Hin und wieder reinigt er sie mit einer weichen Bürste, damit sie wieder so richtig schön glänzen. Nach ein paar Tagen geht es den Sternen wieder so gut, dass der Sternensammler sie zurück in den Himmel nimmt. 
Wir treffen Berti an einem ganz normalen Morgen. Er will sich gerade auf den Weg machen, um herunter gefallenen Sternschnuppen einzusammeln, als sein Weltraumtelefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist Bertis beste Freundin, eine Glitzerschnecke. „Was ist los, Gimmi, warum bist du so aufgeregt?“, fragt Berti verwundert, als er seine Freundin schluchzen hört. „Mein Haus hat einen Riss und jetzt bekomme ich eine Erkältung, weil der Wind hineinzieht“, erklärt Gimmi weinend. Berti muss nicht überlegen, bevor er antwortet: „Bleib, wo du bist, ich bin gleich bei dir.“ Im Rausgehen schnappt er sich seine Tasche und ist kurz darauf bei Gimmi angekommen. Die blickt ihn mit traurigen Augen an und sagt: „Aber du musst doch die Sternschnuppen einsammeln.“ „Das mache ich sofort, wenn ich dein Haus repariert habe“, erklärt Berti und kramt in seiner Tasche nach dem Superkleber. Vorsichtig bringt er ihn an Gimmis Schneckenhaus an. „So, fertig“, sagt er nach einer Weile und zwinkert seiner Freundin zu, „zum Glück hast du so viel Glitzer an dir, dadurch hält der Kleber noch besser.“ „Danke“, seufzt Gimmi erleichtert. Die beiden umarmen sich und Berti möchte gerade los, um endlich die Sternschnuppen einzusammeln, als sie einen Hilferuf hören. Schnell schauen sie nach, was da los ist. Nicht weit entfernt finden sie Kalli. Die Weltraum-Maus sitzt verzweifelt vor ihrem UFO. „Können wir dir helfen?“, fragt Berti freundlich. „Das wäre lieb! Meine Untertasse macht keinen Pieps mehr, und ich muss ganz dringend zu meiner Oma“, antwortet Kalli. Also kramt Berti wieder in seiner Tasche und hat das UFO in Nullkommanix repariert. Kalli fliegt erleichtert davon und Berti will sich auf den Weg zu seiner Arbeit machen. Aber so, wie der Tag begonnen hat, geht er auch weiter. Anscheinend braucht heute jeder Hilfe. In den nächsten Stunden befreit er Wurmi, die kleine Schlange, aus einer Grube, verarztet Mambi, den grünen Bären, der sich beim Purzelbaumschlagen die Ohren verletzt hat, und begleitet Kunga zum Planeten des kleinen Königs, weil das Pony sich fürchtete, alleine Mondkäse zu besorgen. Nachdem Berti all seinen Freunden geholfen hat, ist der Tag auch schon vorbei. Er fällt nur noch müde ins Bett und nimmt sich vor, am nächsten Tag doppelt so schnell zu arbeiten, damit er alle Sternschnuppen einsammeln kann. 
Am Morgen wacht Berti gut erholt auf und ist schnell startklar für den Tag. Bepackt mit seiner Tasche tritt er auf die kunterbunte Wiese von seinem Haus. Aber dort bleibt er wie angewurzelt stehen und reibt sich verwundert die Augen. Das kann doch nicht wahr sein! Die kunterbunte Wiese ist alles andere als farbenfroh – im Gegenteil, sie ist nur noch grau. Verwirrt lässt er sich ins Gras plumpsen – was ist nur passiert? Da kommt auch schon Gimmi. „Berti“, ruft sie und ihre Stimme klingt sehr aufgeregt, „was ist hier los?“ „Ich weiß es auch nicht“, antwortet er traurig und lässt die Schultern hängen. Die beiden überlegen hin und her, während sie die graue Umgebung betrachten. Aber ihnen möchte einfach nicht einfallen, wo die ganzen Farben abgeblieben sind. Schließlich steht Berti auf und sagt: „Ich muss los und Sternschnuppen einsammeln, noch einen Tag möchte ich das nicht verpassen.“ Er beginnt damit, die auf der Wiese liegenden Sterne einzusammeln. „Das ist es“, ruft Gimmi plötzlich fast schon euphorisch. „Die Farben sind verschwunden, weil du gestern keine Sternschnuppen eingesammelt hast!“ Berti überlegt kurz. Dann schlägt er sich mit der Hand an die Stirn und sammelt noch schneller die Sternschnuppen ein. „Du hast Recht, Gimmi. Ich glaube, der Sternenstaub, den ich von den Sternschnuppen fege, macht unseren Planeten so farbenfroh. Und weil ich es gestern nicht geschafft habe, sieht es hier so trist aus. Ich muss mich beeilen.“ Und schon ist er verschwunden. Gimmi grübelt noch ein bisschen, bevor auch sie sich auf den Weg macht. 
Als Berti mit der ersten Ladung der eingesammelten Sternschnuppen nach Hause kommt, erlebt er eine Überraschung. „Was ist denn hier los?“, fragt er verdutzt. All seine Freunde lächeln ihm entgegen. Gimmi räuspert sich und erklärt: „Du hast uns allen gestern geholfen ohne an deine wichtigen Angelegenheiten zu denken. Wegen uns ist heute alles grau und du musst schneller und mehr arbeiten.“ Berti winkt ab, denn für ihn ist es selbstverständlich, seinen Freunden zu helfen. Mambi, der grüne Bär, hat auch noch etwas zu sagen: „Deshalb haben wir beschlossen, dass wir heute mal dir helfen. Kalli wird dir mit seiner fliegenden Untertasse helfen, die Sternschnuppen einzusammeln, wir anderen verteilen sie auf der Wiese und fegen sie sauber.“ Berti ist ganz gerührt. Aber sie haben keine Zeit, also legen sie sofort los. Sie sind den ganzen Tag fleißig, und dank der Hilfe aller sind sie fertig, bevor es dunkel wird. Erschöpft, aber zufrieden sitzen sie zusammen im Gras. Berti betrachtet glücklich die leuchtenden Farben, die im Laufe des Tages zurückgekehrt sind. „Vielen Dank, ihr seid wirklich die besten Freunde, die man sich wünschen kann!“, sagt er gerührt. Dieses Mal winken die anderen ab und Gimmi spricht aus, was alle denken: „Genauso ist es doch mit Freunden: Man hilft sich gegenseitig und ist immer füreinander da!“ Glücklich lächelnd blicken alle in den Sternenhimmel. 
Und wir werden ab sofort immer an Berti, seine Freunde und den kunterbunten Planeten denken, wenn wir eine Sternschnuppe sehen, oder? Und dann wünschen wir uns vielleicht etwas ganz Tolles für unsere Freunde, weil sie unser Leben so viel freundlicher, lustiger und bunter machen! 


Amelia und Gustav sind Krokodile. Würde man sie fragen, würden sie sagen, sie seien Friseur-Krokodile. Denn sie wünschen sich nichts sehnlicher, als den anderen Tieren das Fell zu schneiden. Aber leider wollte sich bisher noch kein Tier von ihnen frisieren lassen. Trotzdem, oder gerade deshalb, ziehen Amelia und Gustav jeden Morgen los, um ihren Traum wahr zu machen. 
So auch an diesem Morgen. „Komm´ schon, Gustav, wir müssen los!“, ruft Amelia, „Heute finden wir jemanden, dem wir die Haare schneiden dürfen, da bin ich ganz sicher!“ Das Krokodilmädchen läuft aufgeregt hin und her. Sie ist immer etwas wuselig und sprüht nur so vor guter Laune. Gustav folgt ihr etwas langsamer und ruhiger, ist aber genauso gut gelaunt wie seine Schwester. „Ich bin schon da“, antwortet er lächelnd. „Wen wollen wir heute zuerst besuchen?“ „Hm, wie wäre es mit den Giraffen? Bei denen waren wir schon ein paar Tage nicht mehr.“ „Ja, gute Idee“, stimmt Gustav zu und die beiden machen sich auf den Weg. Schon bald haben sie die Giraffen gefunden. „Hallo“, ruft Gustav freundlich nach oben. Die Giraffen drehen ihre langen Hälse und schauen zu den beiden Krokodilen am Boden. „Hallo, ihr zwei“, begrüßt Brigitte, die größte der Giraffen, die Geschwister, „seid ihr wieder auf der Suche?“ „Ja“, nickt Amelia eifrig, „wir würden euch sooo gerne die Haare schneiden!“ Die Krokodile blicken erwartungsvoll nach oben. Doch die Giraffen schütteln nur den Kopf. „Das ist doch nur ein Trick“, schimpft Rupert,  eine der kleineren Giraffen, „ihr würdet uns doch nur beißen.“ Amelia und Gustav sehen sich entgeistert an. „Das stimmt nicht“, ruft Gustav aufgebracht, "wir wollen doch wirklich nur Friseure werden!“ Die beiden versuchen alles, um die Giraffen zu überzeugen, aber es hilft nichts. Die Giraffen haben einfach zu große Angst, gebissen zu werden. Genauso ergeht es Amelia und Gustav bei allen anderen Tieren, die sie fragen. Weder die Tiger, noch die Affen oder Löwen möchten sich von ihnen frisieren lassen. Mit gesengten Köpfen machen sie sich schließlich traurig auf den Weg nach Hause. Deshalb hätten sie fast verpasst, dass Miranda, das Zebra-Mädchen, in einigem Abstand um sie herum hüpft. „Hey“, ruft sie schließlich, als es ihr zu lange dauert, bis sie entdeckt wird. Erstaunt sehen die Krokodile auf und betrachten das herumspringende Zebra. Miranda bleibt in sicherer Entfernung zu den beiden stehen und fragt: „Ihr seid doch die Friseur-Krokodile, oder?“ Verwirrt nicken die beiden. Die Zebras und Antilopen haben sie bisher noch nicht gefragt. Die laufen eigentlich immer schon weg, wenn die Krokodile noch ganz weit entfernt sind. Miranda hebt jetzt entschieden den Kopf und erklärt: „Ich habe gehört, dass sich niemand von euch die Haare schneiden lassen möchte. Und das kann ich verstehen, ihr seid schließlich bissige Krokodile.“ Amelia und Gustav sehen sich an. Sie zucken beide mit den Schultern, denn sie haben keine Ahnung, was das Zebra-Mädchen sagen möchte. Miranda geht mutig ein paar Schritte auf die Krokodile zu und sagt: „Ich weiß, wie es ist, einen großen Traum zu haben, den niemand ernst nimmt. Und wenn ihr mir helft, meinen Traum zu verwirklichen, dürft ihr mir die Haare schneiden.“ Die Krokodile wagen es nicht zu atmen. Kann es sein, dass sie endlich Friseure werden dürfen? Amelia hüpft schon vor Freude in die Luft, doch Gustav fallen noch zwei wichtige Fragen ein: „Was ist denn dein größter Traum? Und wie können wir dir dabei helfen?“ Auf Mirandas Gesicht breitet sich ein großes Lächeln aus. „Ich will einmal in meinem Leben den Fluss entlang schippern“, erklärt sie feierlich, „und ihr könnt mich auf dem Floß lenken und mich beschützen. Wenn ihr bei mir seid, wird mir nichts passieren.“ Gustav hat noch eine weitere Frage: „Warum möchtest du das machen? Wir könnten dich doch wirklich beißen oder dir eine total schreckliche Frisur schneiden?!“ Miranda zögert keine Sekunde und sagt fest entschlossen: „Weil es mein allergrößter Traum ist, einmal auf dem Fluss zu schwimmen. Deshalb muss ich es riskieren und euch vertrauen. Und eine schreckliche Frisur?“, fügt sie grinsend hinzu, „Das wäre mir mein großer Traum wert. Haare wachsen doch nach.“ Da müssen alle drei lachen. Sie gehen gemeinsam zum Fluss und Miranda stellt sich mit wackeligen Füßen auf ein dort wartendes Floß. Amelia und Gustav schieben es in die Mitte des Flusses. Und damit startet die merkwürdigste Wasserreise aller Zeiten. Miranda strahlt über das ganze Gesicht und ruft immer wieder: „Seht alle her, ich bin ein Kapitän!“ Nach und nach kommen alle Tiere ans Flussufer und bestaunen das merkwürdige Trio. Amelia und Gustav gefällt es auch gut, das Floß zu steuern und sie freuen sich über das Glück des Zebras. 
Als die Fahrt schließlich zu Ende ist, werden die drei von sämtlichen Tieren erwartet. Miranda genießt das Bad in der Menge und erzählt immer wieder von ihrem unvergesslichen Erlebnis. Die beiden Krokodile stehen verloren daneben. Sie glauben, dass Miranda ihren Teil der Abmachung nicht einhalten möchte und wollen davon schleichen. Doch da ruft das Zebra: „Hey, ihr zwei, wo wollt ihr denn hin? Ich brauche zum Abschluss dieses Abenteuers doch noch eine neue Frisur!“ Es strahlt die Krokodile an und geht zu ihnen hinüber. Die übrigen Tiere kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – Miranda ist wirklich unglaublich mutig!
Amelia und Gustav können ihr Glück kaum fassen! Miranda legt sich ruhig vor die beiden und wartet darauf, dass es los geht. Die beiden Krokodile beraten sich kurz und sperren dann ihre Mäuler weit auf. Die Tiere halten den Atem an. Die Krokodile flitzen so schnell um das Zebra herum, dass niemand etwas sehen kann. Alle hören nur das wilde Auf- und Zuschnappen der Zähne. Hoffentlich passiert Miranda nichts!
Nach einer scheinbaren Ewigkeit bleiben Amelia und Gustav stehen und sehen sich erschöpft an. Dann starren sie wie alle anderen Tiere zu Miranda. Sie steht unverletzt auf und fragt in die Runde: „Und, wie sehe ich aus?“ Niemand antwortet ihr, alle blicken sie nur gespannt an. Deshalb geht sie zum Fluss und betrachtet ihr Spiegelbild im Wasser. Als sie zurück kommt, sieht sie die Krokodile mit ernstem Blick an. Am Flussufer ist es mucksmäuschenstill. Dann ruft Miranda laut: „So toll habe ich noch nie ausgesehen! Vielen, vielen Dank, Amelia und Gustav! Ihr seid nicht nur die besten Floßtreiber, sondern auch die allerbesten Friseur-Krokodile aller Zeiten!“ Die Tiere um sie herum brechen in Jubelgeschrei aus, während die Krokodile sich nur gerührt ansehen können. Als sich der Applaus gelegt hat, kommen die Tiere zu Amelia und Gustav. Sie wollen ihnen gratulieren, aber auch fast jedes Tier vereinbart einen Termin zum Haare schneiden. 
Bevor die beiden überglücklich nach Hause gehen, bedanken sie sich bei Miranda. Doch die winkt ab: „Ach was! Ohne euch wäre ich niemals auf den Fluss gekommen! Und ich möchte auch gar nicht, dass meine Haare nachwachsen!“ Miranda lächelt, ebenso wie die Krokodile. „Du kannst jederzeit ohne Termin zu uns kommen!“, antwortet Gustav. Dann machen sie die Krokodile auf den Heimweg. 
Kurz vor dem Einschlafen fragt Amelia ihren Bruder: „Kannst du glauben, dass das alles so passiert ist?“ Gustav schüttelt lachend den Kopf: „Manchmal muss man einfach Glück haben – und jemanden, der an einen glaubt und einem hilft!“ 
„Ich kann es kaum erwarten, dass alle Tiere mit unseren Frisuren herumlaufen! So schön war bestimmt noch nie ein Dschungel!“, sagt Amelia verschmitzt grinsend, bevor beide einschlafen und von den wildesten Frisuren träumen.

Eddie stapft glücklich durch den Schnee. Die kleine Maus liebt den Winter und ganz besonders Weihnachten, das genau heute gefeiert wird. Er hat die letzten Nüsse gesammelt und ist auf dem Weg nach Hause, als plötzlich ein helles Licht auf der Wiese erstrahlt. Mit großen Augen sieht er zu, wie ein Ufo landet. Heraus kommt ein kleines, orangenes Männchen, das sich neugierig umsieht. Als es Eddie entdeckt, winkt es ihm freundlich lächelnd zu und läuft zu ihm hin. „Hallo“, sagt das Männchen freudestrahlend. „Ha…hallo“, stottert Eddie sehr verwirrt. „Wer bist du?“ Das kleine Männchen kichert. „Ich bin Flux, ein Planetenerkunder. Eigentlich wollte ich zur Erde, aber anscheinend bin ich irgendwo falsch abgebogen und auf einem Eisplaneten gelandet.“ Flux reibt sich fröstelnd die Arme. Jetzt muss Eddie kichern. „Nein, du bist hier schon richtig auf der Erde. Hier ist gerade Winter und die schönste Zeit des Jahres, die Weihnachtszeit ist angebrochen.“ „´Weihnachtszeit´? Was bedeutet das?“, möchte Flux neugierig wissen. „Ich kann dir alles erklären und zeigen, wenn du möchtest?“ Flux nickt heftig. „Dann komm´ mit mir nach Hause, dort können wir uns aufwärmen. Ich bin übrigens Eddie“, erklärt die kleine Maus und schnell laufen die beiden los.
Kurz darauf blickt Flux staunend nach oben. „Wow, du hast aber ein riesiges Haus!“ „Das ist nicht mein Haus, sondern das von den Menschen. Ich wohne bei ihnen, allerdings ohne, dass sie es wissen“ antwortet Eddie lachend. Flux staunt sehr, als sie in Eddies gemütlicher Höhle ankommen. In allen Ecken stehen kleine Tannenzweige, dazwischen hat Eddie kleine Sterngirlanden aus Stroh auf gehangen und überall glitzert und funkelt es in warmen Licht. Aber das Allerbeste ist etwas anderes, findet Flux. „Oh, es ist wunderschön und es duftet so traumhaft lecker hier auf der Erde“, schwärmt er und hält seine Nase in die Luft. Eddie nickt lächelnd. „Es riecht nicht immer so gut auf der Erde, aber heute hast du Glück: Die Menschen haben Plätzchen gebacken.“ Flux sieht die Maus nur fragend an. Eddie kramt in einer großen Kiste und zieht schließlich zwei mit Zuckerguss verzierte Lebkuchen hervor. Flux nimmt einen in die Hand und seine Nase verschwindet in dem Plätzchen. Er kann gar nicht mehr damit aufhören, den wunderbaren Duft einzusaugen. Dann sieht er erstaunt zu Eddie. „Was machst du denn da?“, fragt der kleine Außerirdische. Eddie wischt sich ein paar Krümel aus den Barthaaren und erklärt lächelnd: „Die Lebkuchen riechen wirklich unglaublich gut, aber sie schmecken noch viel, viel besser!“ Flux sieht zwischen Eddie und dem Lebkuchen in seiner Hand hin und her. Schließlich öffnet er seinen Mund und beißt in sein Plätzchen. Sofort schließt er genießerisch die Augen und seufzt wohlig. „Mmmmhhh, das ist das Leckerste, was ich jemals gegessen habe!“ Bevor er das zweite Mal abbeißt, bricht er ein Stückchen ab und steckt es in seine Bauchtasche. „Vielleicht kann ich zu Hause auch welche backen, dann ist das mein Rezept“, sagt er zwinkernd zu der kleinen Maus. 
„Was esst ihr denn auf eurem Planeten? Vielleicht Mondkäse?“, fragt Eddie mit leuchtenden Augen. Er träumt oft von Mondkäse und glaubt, dass er herrlich schmecken muss. „Ja, Mondkäse ist okay, aber das Essen hier auf der Erde ist viel besser! Kannst du mir noch etwas von Weihnachten zeigen?“ Eddie ist etwas enttäuscht darüber, was Flux über den Mondkäse erzählt hat. Aber er lässt sich nichts anmerken. „Oh ja, jetzt kommt der beste Teil, komm´ mit!“ Eddie verlässt seine Höhle durch eine kleine Tür. Als Flux ihm folgt, bleibt er völlig überwältigt stehen. Das Zimmer ist ungefähr hundert Mal größer als Eddies Höhle. Auch hier glitzert und funkelt und duftet es herrlich. Und das Allerschönste ist ein großer Tannenbaum in der Ecke des Zimmers. An ihm brennen unzählige Kerzen und es hängen große und kleine rote Kugeln daran. „Das ist der Weihnachtsbaum der Menschen“, erklärt Eddie flüsternd. „Darunter liegen die Geschenke. Sieh nur, da kommen die Menschen. In dem Moment setzen sich die Menschen um den Weihnachtsbaum herum und singen leise ein Lied. „Das ist wunderschön.“ Flux kann seine Augen nicht von den Menschen nehmen. Die beginnen nun damit, freudestrahlend die Geschenke auszupacken. „Sieh nur, wie ihre Augen leuchten“, flüstert Flux überwältigt. Eddie stupst ihn an. „Möchtest du auch Weihnachten feiern?“ Flux nickt. Eddie nimmt ihn an der Hand und zieht den kleinen Außerirdischen hinter sich her. 
Kurz darauf stehen sie in einer geräumigen und sehr weihnachtlich geschmückten Höhle. Überall stehen und sitzen Mäuse ,die sich unterhalten. Als sie die Neuankömmlinge bemerken, wird alles ganz still. Flux fühlt sich ein wenig unbehaglich, doch Eddie winkt allen zu und ruft: „Hallo, zusammen! Das ist Flux, mein Freund. Er kommt von einem anderen Planeten und ich habe ihn eingeladen, mit uns zusammen Weihnachten zu feiern.“ Jetzt lachen die Mäuse Flux freundlich an, winken ihm zu und rufen laut „Hallo!“. Flux ist ganz verwundert: „Ihr seid aber gastfreundlich!“ Eddie zuckt mit den Schultern. „So ist das bei uns“, antwortet er leichthin, „und es ist Weihnachten, da muss niemand alleine sein." Schon sind die beiden von jeder Menge neugieriger Mäuse umringt, die mehr von Flux und seinen Reisen durchs Weltall wissen möchten. Flux lacht. „Eigentlich wollte ich etwas von eurer Welt erfahren, aber bald wisst ihr mehr von mir als ich von euch.“ Trotzdem erzählt er seinen neuen Freunden natürlich gerne von seinem Leben. 
Es dauert nicht lange und es ziehen wunderbar köstliche Düfte durch die Höhle und die leckersten Speisen werden hinein getragen. Alle setzen sich an eine große Tafel. Flux wird mitgezogen und sitzt gleich darauf neben Eddie. „Willkommen zum Weihnachtsessen“, grinst Eddie, „das sind die Reste der Menschen, es wird dir schmecken.“ „Das glaube ich gern“, antwortet Flux, dem schon das Wasser im Mund zusammen läuft. Er schaut hungrig auf seinen Teller, auf dem sich Braten, Knödel und Rotkohl türmen. Während des Essens ist es ruhig in der Höhle, man hört nur wohlige Seufzer. Nachdem er alles aufgegessen hat, lehnt sich Flux behäbig zurück und reibt seinen Bauch. „Aah, also kochen und backen können die Menschen auf der Erde ganz hervorragend!“ Auch Eddie ist zufrieden satt. „Das stimmt. Aber jetzt wird sich nicht ausgeruht, es ist Zeit für die Bescherung.“ Erst jetzt bemerkt Flux den geschmückten Baum, um den sich bereits die meisten Mäuse versammeln. Er stellt sich ruhig neben seinen Freund und beobachtet zufrieden lächelnd, wie Geschenke herum gereicht und ausgepackt werden. Plötzlich erscheint ein riesengroßes Geschenk vor seinem Gesicht. Er sieht sich um, um herauszufinden, an wen er es weiter reichen kann, aber Eddie sagt: „Das ist für dich. Frohe Weihnachten!“ Völlig überwältigt öffnet Flux vorsichtig das Geschenkpapier und starrt auf den Inhalt. Eddie erklärt: „Das ist mein Lieblingsweihnachtsbuch. Es stehen verschiedene Weihnachtstraditionen und -geschichten der unterschiedlichsten Länder der Erde darin. Ich dachte, es hilft dir vielleicht bei deinen Forschungen.“ „Vielen, vielen Dank“, antwortet Flux gerührt und nimmt die Maus fest in den Arm, „das ist das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe! Aber ich habe gar nichts für dich“, fügt er traurig hinzu. „Ach, kein Problem“, winkt Eddie ab, „ich hab´ doch jetzt einen Außerirdischen als Freund und ich darf dir Weihnachten zeigen. Und jetzt komm´ mit, lass´ uns feiern.“
Die Mäuse feiern, lachen, essen, trinken und singen bis tief in die Nacht. Irgendwann verabschieden sich Eddie und Flux und gehen zurück in die Höhle der Maus, wo sie ruckzuck einschlafen.
Als Eddie am nächsten Morgen aufwacht, ist er allein. Verwundert reibt er sich die Augen und läuft dann schnell zum Fenster. Doch von dem Ufo ist nichts zu sehen. Während er seinen Morgentee trinkt, denkt er sich, dass er das Weihnachtsfest mit Flux wohl nur geträumt hat. Doch dann fällt sein Blick auf ein blauglitzerndes Geschenk, das unter einem der Tannenzweige liegt. Schnell läuft er hin und findet einen Brief auf dem Geschenk. 
„Lieber Eddie“, steht dort in blauer Tinte, „leider muss ich schon früh los, da meine Zeit auf der Erde abgelaufen ist. Ich möchte mich ganz herzlich bei dir und deinen Freunden bedanken! Es war eine wunderschöne Zeit, die ich niemals vergessen werde! Nach dem wundervollen Weihnachtsfest wird die Erde einer meiner Lieblingsplaneten sein. Und du bist wirklich jemand ganz Besonderes! Ich habe es selten erlebt, dass ich so freundlich und offen aufgenommen wurde und dafür danke ich dir sehr! Als kleines Dankeschön habe ich dir etwas da gelassen, ich hoffe, es schmeckt dir.
Grüße alle Mäuse von mir! Vielleicht komme ich euch am nächsten Weihnachtsfest wieder besuchen.
Pass auf dich auf und lass es dir immer gut gehen!
Dein Freund Flux“
Eddie ist ganz gerührt, kann es dann aber nicht abwarten, das Geschenk zu öffnen. Er reißt das Papier ab und kann sein Glück nicht fassen: In dem Paket liegt ein riesengroßes Stück blauer Mondkäse. Er riecht herrlich und Eddie bricht sich vorsichtig ein Stück ab. Genießerisch schließt er die Augen, es schmeckt noch besser, als er erwartet hat. Schnell läuft er nach draußen und ruft in den eiskalten Winterhimmel: „Danke, mein Freund, der Möndkäse schmeckt unglaublich gut! Komm´ bald wieder!“
Anschließend geht er wieder hinein und genießt den restlichen Weihnachtstag mit herrlichem Mondkäse.

Der Weihnachtszug

Rüdiger und Nini sind ganz schön aufgeregt, denn die Weihnachtselfen haben eine super wichtige Aufgabe vom Weihnachtsmann bekommen. Sie sollen mit dem Weihnachtszug über die Welt reisen und nach einem Weihnachtswunder suchen. Das brauchen sie ganz dringend, denn sonst kann Weihnachten nicht stattfinden. Die kleinen Elfen sitzen schon eine ganze Weile in dem fliegenden Zug, der am Himmel hell glitzert und leuchtet. Sie staunen über alles, was sie auf der Erde sehen, haben aber noch kein Wunder entdeckt. In der Abenddämmerung am dritten Tag ihrer Reise zeigt Nini auf einen Wald, in dem einige Lichter leuchten. „Lass uns dort einmal landen“, bittet sie Rüdiger. Der Elf parkt den Zug einige Meter von den Lichtern entfernt. Sie schleichen sich zu dem hell erleuchteten Platz und erkennen, dass dort Weihnachtsbäume verkauft werden. Es sind viele Familien unterwegs, die sich einen Baum aussuchen möchten. Andere haben die Bäume schon in den Autos verstaut, sie trinken Punsch und essen Plätzchen. Immer wieder hören die Elfen Weihnachtslieder, die gesungen werden. „Ist das schön“, flüstert Rüdiger. Nini nickt lächelnd. Auch wenn das hier kein Wunder ist, zeigt es, wie friedlich und schön Weihnachten sein kann. Doch dann fällt ihr Blick auf eine Familie, die ein wenig abseits steht. Den Kindern laufen still Tränen über die Wangen und die Eltern erklären mit traurigem Blick: „Wir können dieses Jahr leider keinen Baum kaufen, sie sind einfach zu teuer. Aber wir werden trotzdem ein wunderschönes Weihnachtsfest haben.“ Die Kinder nicken tapfer und lassen sich von ihren Eltern fest umarmen. Nini und Rüdiger haben auch Tränen in den Augen. So traurig sollte niemand vor Weihnachten und vor allem nicht wegen Weihnachten sein! Sie wollen gerade zum Zug schleichen, als Nini Rüdiger am Arm festhält. „Sieh mal“, flüstert sie ihm zu. Ein kleines Mädchen, das in der Nähe der Familie einen großen Baum bewundert hat, läuft schnell zu ihren Eltern. Dank ihrer Elfenohren können die beiden hören, was es sagt: „Mama, Papa, die Kinder dort hinten sind ganz traurig, weil sie sich keinen Baum leisten können. Aber ohne einen Baum kann man doch nicht richtig Weihnachten feiern. Können wir ihnen nicht helfen?“ Die Eltern sehen sich unschlüssig an. „Wir können doch einen kleinen Baum kaufen und der anderen Familie auch?“, bittet das Mädchen mit flehenden Augen. Die Eltern nicken und das Mädchen läuft schnell zu der Familie, bevor diese weg ist und erzählt ihnen alles. Die Kinder fallen dem Mädchen dankbar um den Hals. Den Eltern scheint es etwas unangenehm zu sein, aber schließlich stehen beide Familien zusammen und trinken gemeinsam Punsch. Und dann geschieht noch mehr. Nach und nach gesellen sich mehr Familien zu der kleinen Gruppe. Alle möchten helfen und der Familie etwas Gutes tun. Einer bietet ihnen an, den Baum zu ihnen nach Hause zu liefern, eine Frau möchte ihren Weihnachtsschmuck mit ihnen teilen und eine weitere Familie lädt die Eltern und Kinder zum Schlittschuhlaufen am zweiten Weihnachtstag ein. Die Kinder strahlen alle glücklich an und wissen gar nicht, was sie sagen sollen. Als kleines Dankeschön singen sie für alle ein Weihnachtslied, in das schließlich alle mit einstimmen. Rüdiger und Nini wischen sich die Tränen aus den Augen. Dann lächeln sie sich an, denn sie haben gerade ihr Weihnachtswunder gefunden. Schnell laufen sie zum Zug zurück, um dem Weihnachtsmann auf dem schnellsten Weg die gute Nachricht zu bringen. Weihnachten ist gerettet! Auf dem Rückweg bringen sie allen Kindern, die heute Abend dabei waren, ein kleines Geschenk. Denn wenn man etwas gibt, bekommt man immer etwas zurück, manchmal ein Lächeln oder eine Umarmung und manchmal, wenn die Weihnachtselfen es gesehen haben, eine kleine Erinnerung daran.


Moritz und Leo toben quietschvergnügt durch die Scheune von Leos Opa. Sie ist ihr absoluter Lieblingsplatz zum Spielen, dort kann man herrlich verstecken spielen und Abenteuer erleben. Heute nutzen sie noch einmal die Gelegenheit, vom Speicher in die riesigen Heuberge zu springen, bevor sie in den nächsten Tagen zum Herbstlabyrinth gebracht werden. Die beiden Jungs machen sich gerade zu einem spektakulären Sprung bereit, als Leo plötzlich innehält. „Hast du das auch gehört?“, fragt er flüsternd seinen besten Freund. „Nee, was denn?“, gibt Moritz ungeduldig zurück. Er hat keine Lust, Mäusegetrappel zu jagen, sondern möchte lieber seinen Doppelsalto zeigen. „Na, da war so ein ´boing, boing, boing´“, erklärt Leo. Sie horchen kurz, aber es ist alles still. Also springen beide gleichzeitig und bejubeln sich gegenseitig für den olympiareifen Sprung. Der muss sofort wiederholt werden! Laut lachend krabbeln die Jungs wieder die Leiter rauf. Doch kaum oben angekommen, bleiben beide stocksteif stehen. „Siehst du, ich hab´ dir doch gesagt, dass es hier oben boingt!“, sagt Leo triumphierend. Moritz sieht sich suchend um, kann aber nichts erkennen. Er zuckt mit den Schultern und möchte zu einem neuen Sprung ansetzen. Doch genau in dem Moment streift ihn ein Luftzug und es boingt genau neben ihm. Vor Schreck verliert er das Gleichgewicht und plumpst ins Heu. „He, alles gut bei dir?“, ruft Leo von oben, „Hast du das gesehen?“ Moritz krabbelt verzweifelt in dem Heuberg herum und ruft genervt zurück: „Ja, ja, ich hab mir nicht weh getan. Aber ich hab gar nix gesehen, meine Brille ist weg. Hilfst du mir bitte suchen?“ Leo krabbelt schnell die Leiter hinunter und schon suchen beide Jungs die rote Brille von Moritz. Plötzlich fliegt etwas pfeilschnell an ihnen vorbei, schnappt sich die Brille aus einer Ecke und flattert davon. „Was war das denn?“, fragt Leo und blickt der verschwindenden Brille nach. „Ich hab es nur grün blinken gesehen“, gibt Moritz zurück. „Das blinkende Flatterding hat deine Brille mitgenommen, es ist nach oben geflogen.“ Moritz seufzt laut und folgt Leo die Treppe hinauf. Das fehlt ihm noch, dass seine Brille von einer diebischen Elster geklaut wird. Die finden sie doch nie mehr wieder! Oben angekommen sehen die beiden weder eine Elster noch ein Nest oder etwas Ähnliches. Aber in einer dunklen Ecke blinkt es. Vorsichtig schleichen die beiden Jungs näher. Und was sie da sehen, verschlägt ihnen erst einmal die Sprache: Das blinkende Flatterding ist eine Fledermaus mit flimmernden Flügeln. Und in dem Moment, in dem die Jungs dazu kommen, überreicht sie einem kleinen Gespenst stolz Moritz´ Brille und sagt mit piepsiger Stimme: „Hier, Boing,  probiere die mal an, das hilft dir bestimmt!“ Das Gespenst wirkt etwas verängstigt, nimmt aber trotzdem die Brille und setzt sie auf. „Wow, jetzt sehe ich alles ganz scharf, ist das toll!“, jubelt es. Doch dann sagt es schüchtern: „Aber Blink,  die kann ich nicht behalten, die gehört doch jemandem.“ „Ja, und zwar mir“, sagt Moritz mutiger als er sich fühlt und macht einen Schritt auf die beiden merkwürdigen Gestalten zu. Die Fledermaus und das Gespenst zucken erschrocken zusammen. „Das tut, mir leid, wir wollten sie nicht stehlen!“, antwortet das Gespenst flehend, „Hier hast du sie zurück!“ Es hält Moritz die Brille hin, doch die Fledermaus geht dazwischen. „Kann er sie nicht bitte behalten? Er würde endlich was sehen und müsste sich nicht mehr hier in der Scheune verstecken!“ Leo und Moritz sehen sich ungläubig an. „Warum musst du dich hier verstecken?“, fragt Leo. Das kleine Gespenst schaut traurig zu den beiden Kindern. „Weil ich so schlecht sehe, fliege ich ständig überall gegen. Die anderen Gespenster lassen mich nicht mit zu den Spukplätzen, weil ich viel zu laut bin. Daher habe ich auch meinen Namen: Boing.“ Das kleine Gespenst schluchzt jetzt sogar ein bisschen. Die Fledermaus nimmt es tröstend in den Arm. „Und warum bist du hier?“, will Moritz neugierig von der Fledermaus wissen. Die hält ihre blinkenden Flügel nach oben und erklärt: „Naja, hiermit falle ich den anderen zu viel auf. Fledermäuse werden nicht so gerne gesehen. Und außerdem ist Boing mein Freund, wir lassen einander nicht im Stich. Aber hier ist es schon manchmal ganz schön langweilig!“ Moritz und Leo schauen sich an. Dann geht ein Strahlen über Moritz´ Gesicht und er sagt: „Ich habe eine Idee! Nein, eigentlich sogar zwei Ideen!“ Er strahlt Blink und Boing an, die ihn aber nur ratlos anschauen. Auch Leo scheint keine Ahnung zu haben, was Moritz sich ausgedacht hat. Moritz verrät aber keine Einzelheiten, sondern bittet Boing nur, ihm seine Brille zu geben. „Die brauche ich wirklich dringend. Aber ich komme so schnell wie möglich zurück, fest versprochen!“ Boing überreicht Moritz seine Brille. Sehnsüchtig blickt er auf den Jungen, der glücklich seine Brille aufsetzt. Blink sieht seinen traurigen Freund und bittet: „Ihr kommt wirklich wieder und helft Boing?“ „Wenn meine Ideen funktionieren, können wir sogar euch beiden helfen“, antwortet Moritz mit einem geheimnisvollen Grinsen. Die Jungs verabschieden sich von ihren neuen Freunden und laufen schnell davon.

Ein paar Tage später sind die Jungs auf dem Weg zum Herbstlabyrinth. Sie sind schon sehr aufgeregt, denn sie haben gehört, dass es in diesem Jahr noch schauriger sein sollst als sonst. „Sag mal“, fragt Leo seinen Freund, „weißt du, was mit Blink und Boing passiert ist? Ich war gestern noch einmal mit meinem Opa in der Scheune, aber von den beiden fehlte jede Spur. Seit wir Boing deine Ersatzbrille gebracht haben, habe ich sie nicht mehr gesehen.“ Moritz hat seine Mutter dazu überredet, einem Freund seine Ersatzbrille zu schenken. Natürlich hat er ihr nicht erzählt, dass es sich bei dem Freund um ein Gespenst handelt, denn so etwas verstehen Mütter nicht. Aber sie hat dennoch zugestimmt und Boing damit zum glücklichsten Gespenst aller Zeiten gemacht. Er drehte Runde um Runde durch die Scheune und ist kein einziges Mal irgendwo gegen geflogen. Moritz muss lächeln, als er an die Freude von Blink und Boing denkt. Es ist wirklich cool, eine blinkende Fledermaus und ein Gespenst als Freunde zu haben. Und weil er seine Freunde gerne überrascht, antwortet er Leo jetzt auch nur mit einem diebischen Lächeln: „Das wird eine super Überraschung!“ Leo sieht Moritz nur fragend an. Doch bevor er nachbohren kann, rennt Moritz schon los. Sie haben das Labyrinth erreicht. Davor steht Leos Opa und strahlt die beiden Jungs an. „Da seid ihr ja endlich! Ich bin gespannt, was ihr zu unserem gruseligen Labyrinth sagt!“ Die Freunde können es kaum erwarten, endlich hinein zu stürmen, zumal sie die jubelnden Gruselschreie der Kinder hören, die schon drin sind. „Achtet besonders auf unsere neuen Attraktionen!“, ruft der Opa den Jungs noch nach. „Ich weiß gar nichts von den neuen Attraktionen“, wundert sich Leo, als sie durch den Weg der Heuballen rasen. Überall stehen Kürbisse mit gruseligen Fratzen, Skelette hängen in der Luft und riesige Spinnen fallen immer wieder vor ihren Gesichtern aus der Luft. Je näher sie der Mitte kommen, desto lauter werden die Schreie der anderen Kinder. Plötzlich bleibt Moritz stehen und zeigt lachend nach oben. Jetzt weiß auch Leo, was sein Opa mit den neuen Attraktionen gemeint hat. Hoch in der Luft fliegt etwas Blinkendes. „Blink“, flüstert Leo begeistert und sieht dabei zu, wie sich die Fledermaus in das Labyrinth stürzt. Schon hört man die Kinder kreischen und jubeln. Kurz darauf hören die beiden ein bekanntes Geräusch. „Boing ist auch hier?“ Leo ist ganz aufgeregt. Moritz nickt lächelnd. „Ich hab sie deinem Opa vorgestellt und er war total begeistert, dass sie hier mitmachen wollen.“ „Das ist die beste Idee aller Zeiten! Mein Opa findet Gespenster schon immer toll!“ Leo freut sich. Jetzt will er aber auch sehen, was seine Freunde anstellen. Die Jungs flitzen zur Mitte des Labyrinthes. Boing fliegt mit lauten Buhu-Rufen um die Kinder herum und knallt (mittlerweile natürlich absichtlich) gegen die Heuballen. Die Kinder können sich an dem Gespenst nicht satt sehen und auch Blink trägt mit seinen wilden Flugkünsten zur Begeisterung und dem Grusel fleißig bei. Nach einiger Zeit sind Moritz und Leo allein in der Mitte und so können sie kurz mit Blink und Boing sprechen. „Danke, ihr zwei, das war die beste Überraschung aller Zeiten!“, ruft Boing und kann gar nicht aufhören, Loopings zu drehen! „Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich!“ Blinks Flügel flimmern vor Freude und Aufregung ganz wild. „Und ich glaube, das Beste wisst ihr noch gar nicht! Gestern war ein Mann hier, der uns eingeladen hat, das ganze Jahr über in seiner Geisterbahn zu spuken! Könnt ihr euch das vorstellen? Wir müssen nie mehr alleine in der Scheune sitzen und dürfen jeden Tag Quatsch mit Kindern machen!“ Leo und Moritz müssen laut lachen, so sehr freuen sie sich für Blink und Boing! Doch dann muss der Spuk weiter gehen, denn neue Kinder kommen. Die Fledermaus und das Gespenst sind völlig in ihrem Element und haben eine riesige Freude daran, die Kinder zu erschrecken. Moritz und Leo winken den beiden noch einmal zu, bevor sie das Labyrinth verlassen. Aber nur für heute, denn sie werden ihre Freunde morgen wieder besuchen. Und selbstverständlich werden sie sich Dauerkarten für die Geisterbahn besorgen! Gerade, als sie den Ausgang erreicht haben, flattern Boing und Blink zu ihnen herab. „Danke, ihr beiden! Wenn ihr mal einen gruseligen Geburtstag feiern wollt, sind wir jederzeit zur Stelle!“ Dann stoßen sie noch einige gruselige Lacher aus, bevor sie weiter spuken und die Jungs glücklich und aufgeregt nach Hause gehen!

Ewald war auf einmal da. Niemand aus der Familie weiß, wo er plötzlich herkam. Aber eines Tages spazierte er durch den Garten ins Haus, legte sich auf Papas Lesesessel und ist geblieben. Enja hat sich sehr gefreut, denn sie hat sich schon immer ein Haustier gewünscht. Natürlich ist Ewald keine gewöhnliche Katze, denn er hat durch und durch lilafarbenes Fell. Und seinen Namen hat er sich auch selbst ausgesucht. Das weiß aber nur Enja, denn mit Erwachsenen spricht Ewald nicht. Die Erwachsenen denken auch, dass Ewald eine ganz miesepetrige Katze ist, weil er den ganzen Tag auf dem Sessel liegt und total mürrisch aussieht. Enja muss immer grinsen, wenn sie das hört. Es stimmt zwar, dass brummelig ist, aber gleichzeitig ist er auch die lustigste Katze, die man sich vorstellen kann und hat jede Menge Schabernack im Kopf. 
So ist es auch an diesem verregneten Herbsttag. Es ist so windig, dass Enja nicht raus gehen kann. Gelangweilt liegt sie auf dem Wohnzimmerteppich und seufzt ganz laut. Ewald, der wie immer auf Papas Sessel liegt, sieht sich um, ob die Luft rein ist. Als er sicher ist, dass sich kein Erwachsener in Hörweite befindet, fragt er Enja: „Was ist los? Warum liegst du da nur so herum?“ Das Mädchen seufzt noch einmal tief und erklärt dann: „Heute ist einfach der langweiligste Tag aller Zeiten!“ Ewald nickt verständnisvoll. Dann breitet sich ein großes, spitzbübisches Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Das können wir ändern“, sagt er geheimnisvoll und verschwindet durch die Katzenklappe nach draußen. Enja sieht ihm verdutzt nach. 
Kurze Zeit später kommt er wieder hereinspaziert und sieht aus wie ein nasser lila Putzlappen. Enja muss lachen, aber Ewald sieht sie nur brummig an. Da läuft sie schnell los um ein Handtuch zu holen. Sie legt das Handtuch über die Katze und rubbelt fest durch das lila Fell – doch plötzlich schreit sie auf und fällt erschrocken nach hinten. Aus Ewalds Fell kriechen Spinnen, die noch dazu ganz schön groß sind. Entsetzt sieht sie Ewald an, doch der erklärt entspannt: „Dir war doch eben so langweilig, da habe ich ein paar Kicherspinnen eingeladen.“ Die Spinnen haben sich wieder in Ewalds Fell verkrochen. Enja kann sich vor Schreck immer noch nicht bewegen. Die lila Katze grinst vor sich hin, während sie sich erhebt und sagt: „Lass uns in dein Zimmer gehen, bevor die Kicherspinnen loslegen.“ 
In Enjas Zimmer lässt er sich auf dem gemütlichen Teppich nieder und sofort krabbeln die Spinnen aus dem Fell heraus. Enja ist sich immer noch nicht sicher, was daran spaßig sein soll, denn ehrlich gesagt findet sie Spinnen ziemlich eklig. Doch dann bekommt sie ganz große Augen und ruft erstaunt: „Die sind ja knallbunt!“ Ewald schaut grinsend den Spinnen zu, die inzwischen über die Möbel und an den Wänden hinauf klettern und sagt geheimnisvoll: „Warte mal ab, was sonst noch passiert.“ Und dann geschieht etwas wirklich Zauberhaftes: Die knallbunten Spinnen spinnen knallbunte Spinnennetze. Enja kann ihren Augen nicht trauen und schaut fasziniert zu. „Das ist wirklich wunderschön, Ewald!“, flüstert das Mädchen wie verzaubert. Ewald hat sich inzwischen aufgerichtet. Es scheint, als würde er sich für irgendetwas bereit machen. Und gleich darauf weiß Enja auch, wofür. Sobald die Netze fertig sind, fangen die Spinnen an laut zu kichern. Das hört sich an wie wunderschöne Musik. Zusätzlich springen und tanzen sie von einem Netz zum anderen. Als Enja die Augen von den Spinnen wenden kann, sieht sie, dass Ewald auch tanzt. Dann kichert er genauso wie die Spinnen und sieht sie auffordernd an. Enja nickt strahlend und beginnt auch zu tanzen. Es macht soviel Spaß und die Langeweile ist längst vergessen. Doch plötzlich fliegt die Tür auf und Enjas Mama steht im Zimmer: „Was ist denn hier los?“, ruft sie verwundert. Hektisch sieht Enja sich um. Ewald liegt mürrisch auf dem Teppich und die Spinnen baumeln bewegungslos an ihren Seilen. „Äh, das sind Kicherspinnen, das ist ein neues Musikspielzeug“, stammelt Enja mit knallrotem Kopf, „Susanne hat es mir ausgeliehen.“ Enjas Mama sieht noch etwas skeptisch aus. „Hm, Kicherspinnen, es gibt echt alles“, murmelt sie und sagt laut: „Dann noch viel Spaß damit.“, bevor sie das Zimmer verlässt und die Tür schließt. Erleichtert lässt Enja sich neben Ewald auf den Boden plumpsen. Die Spinnen krabbeln schon wieder zu ihren Netzen und es dauert nicht lange, bis wieder die Kichermusik erklingt. Sofort springen Enja und Ewald auf und stimmen mit ein. Sie tanzen und singen, bis Enjas Mama zum Abendessen ruft. Flink packen die Spinnen ihre Netze ein und krabbeln in Ewalds Fell. Der verlässt das Haus wieder durch die Katzenklappe um die Spinnen nach Hause zu bringen. 
Abends im Bett fallen Enja fast sofort die Augen zu. Doch bevor sie einschläft möchte sie unbedingt noch etwas sagen: „Vielen, vielen Dank, Ewald! Das war der allertollste Regennachmittag aller Zeiten!“ Und sofort schläft sie lächelnd ein. Auch die lila Katze lächelt, während sie sich an Enjas Füßen gemütlich einrollt und ebenfalls einschläft.

Kleine Monster unter dem Bett


Viele Kinder haben Angst vor den Monstern unter ihren Betten. Dabei muss man vor ihnen nun wirklich gar keine Angst haben! Ja, du hast richtig gehört: In den Kinderzimmern leben kleine Monster. Aber die sind ganz harmlos und wirklich nicht zum Fürchten, ganz im Gegenteil! Und damit du mir glaubst, erzähle ich dir heute eine Geschichte von Pick und Puck. Die zwei kleinen Monster leben unter dem Bett von Sophie und fühlen sich dort pudelwohl. Aber lies selbst…

„Sophie, hast du dein Zimmer aufgeräumt?“, ruft Mama aus dem Flur. Das Mädchen schaut erschrocken auf und sieht sich in dem ganz und gar nicht aufgeräumten Zimmer um. Vor lauter spielen hat sie komplett vergessen, dass sie aufräumen soll. Trotzdem ruft sie zögernd: „Jaa, fast.“ „Okay, dann komm runter, wir müssen los.“ Sophie springt auf, lässt die Unordnung zurück und macht sich auf den Weg in die Schule.
Kaum hat sich die Tür hinter ihr geschlossen, beginnt sich in ihrem Zimmer etwas zu bewegen. Unter dem Bett kommt ein kleines, gelbes, kuscheliges Monster zum Vorschein, das sich beim Anblick des Zimmers jubelnd im Kreis dreht. „Juhuuu“, ruft es, „Puck, sieh dir das an! Heute hat das Menschlein noch mehr Unordnung gemacht! Was wir alles spielen können, vorbei ist´s mit der aufgeräumten Langeweile! He, Puck, komm schon, steh auf!“ Das kleine Monster ist vor einem Stofftierberg stehen geblieben und zieht übermütig an einem blauen Fellohr. „He, nicht so fest“, erklingt eine brummige Stimme aus den Stofftieren. Die wackeln dann ein wenig und ein kleines blaues Monster klettert heraus. Puck sieht genauso grummelig aus wie seine Stimme klingt. Pick sieht ihn verwundert an. „Was ist los?“ „Ich bin so müde, heute Nacht waren die Grommel echt nervig.“ Pick nickt. Da hat Puck ausnahmsweise mal recht. Letzte Nacht hatten sie mit den Grommeln wirklich alle Hände voll zu tun. Die kleinen Monster sind nicht nur lustig anzusehen und spielen gerne, nein, sie haben nachts eine wirklich wichtige Aufgabe: Sie müssen die Grommel vertreiben. Grommel, das musst du wissen, sind kleine gemeine Flugtiere, die den Kindern Alpträume bringen. Doch zum Glück leben in allen Kinderzimmern kleine Monster wie Pick und Puck. Denn nur sie kennen die einzige Möglichkeit, die Grommel zu vertreiben: Sie singen. Ihr Gesang ist allerdings keineswegs wunderschön, sondern hört sich so an, als würdest du auf deiner Gießkanne Trompete spielen, also so richtig, richtig schräg. Diesen Gießkannengesang hören die Kinder im Schlaf und müssen dann natürlich kichern. Genau in dem Moment platzen die Alpträume und die Grommel verschwinden. Du siehst, es ist unheimlich wichtig, dass die kleinen Monster unter deinem Bett leben!
Pick seufzt, als sie an die letzte Nacht denkt und Puck gähnt herzhaft. Der Gähner endet in einem heftigen Hustenanfall. Pick sieht Puck erschrocken an. „Oh nein, du wirst doch nicht krank, oder?!“, fragt sie entsetzt. Puck hustet noch ein bisschen und zuckt mit den Schultern. „Ich bin einfach müde und habe heute Nacht zu viel gesungen“, antwortet Puck, „Ich werde einfach ein bisschen schlafen und dann ist bestimmt alles wieder okay.“ Pick schüttelt heftig den Kopf und sieht sich im Zimmer um. „Nein, nein, wir gehen kein Risiko ein. Wir brauchen sofort eine Stinkesocke!“ Schon während sie das sagt, beginnt Pick damit das Zimmer abzusuchen. Puck liegt matt auf dem Stofftierberg und sieht ihr dabei zu. Nachdem sie alles durchwühlt und jeden Zentimeter des Zimmers abgesucht hat, lässt sie sich neben Puck plumpsen und fährt sich verzweifelt durch das gelbe Fell. „Die große Menschin wäscht einfach viel zu gerne Wäsche. Nicht eine einzige Socke liegt hier herum. Aber ich brauche dich heute Nacht, die Grommel kommen bestimmt wieder.“ Puck sieht mittlerweile richtig krank aus. Wenn er nicht schnell wieder gesund wird, kann er heute Nacht nicht singen um die Grommel zu vertreiben. Alleine schafft Pick das nicht. Deshalb müssen sie ganz schnell eine Stinkesocke finden, denn das ist die einzige Medizin, die die kleinen Monster gesund machen kann. Puck, der die ganze Zeit stumm da gelegen hat, springt auf einmal auf und krächzt strahlend: „Der große Mensch!“ Pick sieht ihn verständnislos an. Puck sinkt zurück auf die Stofftiere und erklärt mit heiserer Stimme: „Die große Menschin räumt immer alles sofort weg, aber der große Mensch lässt immer alles rum liegen und manchmal verstecken sich die Socken.“ Pick springt auf und klatscht vor Freude in die Hände. „Das ist die Lösung“, ruft sie begeistert. Doch dann fällt ihr Blick zur geschlossenen Tür. „Aber wie kommen wir hier raus?“, fragt sie mit erneuter Verzweiflung in der Stimme. Nach einigem Grübeln und einem kleinen Hustenanfall flüstert Puck: „Wir brauchen das Springseil.“ „Ja, das ist die beste Idee aller Zeiten, Puck“, ruft Pick begeistert und springt voller Tatndrang auf. „Ich habe es irgendwo gesehen“, sagt sie, während sie sich suchend umsieht. „Ah, richtig, es liegt unter den Legosteinen.“ Schnell hüpft sie über den Stofftierberg, vorbei an der Küche und stolpert fast in die Legosteine hinein, weil sie das Puppenbett und die darum liegenden Puppen übersehen hat. Nach kurzem Wühlen in den bunten Legosteinen hält sie triumphierend das Springseil in der Hand. Flink bahnt sie sich einen Weg zur Tür und wirft das Springseil wie ein Lasso um die Türklinke. Puck  winkt ihr aufmunternd zu und streckt ihr den Daumen entgegen. Mit einem Ruck zieht Pick das Springseil nach unten und die Tür öffnet sich. Das kleine gelbe Monster hüft auf und ab, so sehr freut es sich, dass es geklappt hat. Sie streckt den Kopf zur Tür heraus – und springt sofort zurück ins Zimmer. Erschrocken sieht sie Puck an. „Das dicke Fellknäuel sitzt da draußen. Was machen wir denn jetzt?“ Gleichzeitig ertönt ein lautes Miauen aus dem Flur. Pick sieht wirklich ängstlich aus, denn die Katze ist viel größer als sie und versucht immer, die beiden kleinen Monster zu jagen. Puck sieht schon wieder aus, als hätte er eine gute Idee. Weil er nur noch flüstern kann, winkt er Pick zu sich. Sie setzt sich ganz nah neben ihn, damit sie hören kann, was Puck ihr zuflüstert: „Wir müssen das Fellknäuel weglocken.“ Er sieht Pick lächelnd an. „Aber womit?“, fragt Pick ratlos. Jetzt wird Pucks Lächeln breiter und er zieht aus dem Stofftierberg den Roboter der kleinen Menschin hervor. „Über den ärgert sich doch das dicke Fellknäuel immer so sehr.“, krächzt er. Jetzt lächelt Pick auch. „Ohja, es jagt ihn durch das ganze Haus.“ Schnell läuft sie mit dem Roboter in der Hand zur Tür und öffnet diese noch einmal mit dem Springseil. Dann drückt sie den roten Knopf und der Roboter läuft laut Krach machend den Flur entlang. Wie erwartet jagt die Katze sofort hinterher. Pick läuft schnell in die entgegengesetzte Richtung. Zum Glück muss sie nicht lange suchen: Unter einem Stuhl entdeckt sie eine miefige Stinkesocke, die sie mit zugehaltener Nase schnell zu Puck bringt. Sie schließt die Tür und fliegt die letzten Schritte fast bis zu Puck. „Hier“, sagt sie atemlos, „ab damit über die Nase.“ Puck verzieht angewidert das Gesicht. „Puh, das stinkt aber nach sehr viel Sport.“ Pick muss kichern, sagt aber ernst: „Je stinkiger, desto besser. Du willst doch gesund werden, oder?!“ Als Puck nickt, hält sie ihm wieder die Socke hin. Puck seufzt tief, nimmt die Stinkesocke und zieht sie sich über die Nase. „Oooh, das ist so eklig!“, schimpft er unter dem dicken Stoff. Aber er bleibt tapfer und atmet tief ein und aus. 
Nach einiger Zeit wirft Puck die Socke weit von sich. Pick sieht ihn erwartungsvoll an. Das kleine blaue Monster lächelt und beginnt laut und trötend zu singen. Jubelnd fällt Pick Puck um den Hals und ruft glücklich: „Du bist gesund, oh, ich freue mich so!“ „Das habe ich nur dir zu verdanken“, antwortet Puck und umarmt Pick. Dann sehen sich die beiden an und nicken. „Und jetzt lass uns endlich spielen“, ruft Puck schließlich und rutscht lachend den Stofftierberg hinunter. Die beiden kleinen Monster spielen so wild, dass sie sofort müde unter dem Bett einschlafen, als die kleine Menschin nach Hause kommt. Sophie wundert sich nur ganz kurz über dem Roboter im Flur, das Spingseil an der Tür und Papas Socke in ihrem Zimmer. ´Was die Katze immer für komische Sachen macht, wenn wir nicht zu Hause sind´, denkt sie kopfschüttelnd.
In dieser Nacht schläft das Mädchen mit wundervollen Träumen und laut kichernd, während die beiden kleinen Monster Pick und Puck laut trötend mit ihrem Gießkannengesang die Aplträume vertreiben. 

Und jetzt sag selbst: Ist es nicht das Beste, was uns passieren kann, wenn die kleinen Monster unter unseren Betten wohnen?! Und erzähle deinen Eltern, dass es okay, ist, wenn ein bisschen Spielzeug auf dem Boden und ab und zu eine Stinkesocke herumliegt, weil es gut für die Monster und für uns ist. Denn wir wollen doch alle wunderschöne Träume haben! ;)